1. Preis
Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg
Projekt: KEIN WORT
Der Religionskurs hat sich ein Schulhalbjahr lang mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt. Aufgeteilt in mehrere Gruppen wurde mit unterschiedlichen Medien gearbeitet. So erarbeitete eine Kleingruppe einen theoretischen Teil in Form eines aufwändig gestalteten Albums mit zahlreichen Texten und einem Interview mit Walter Jens. Drei weitere Schülergruppen setzten das Thema mit unterschiedlichen Mitteln um. Gestaltet wurden ein Flyer, ein Dokumentarfilm im Seniorenheim sowie eine Ballade. Gestalterische Mittel wie Fotos, Interview, Film und Druck wurden auf hohem Niveau eingesetzt. Die Jury war beeindruckt von der Professionalität und Vielfalt der Arbeiten. Es wurde auf die verschiedenen Aspekte der Krankheit eingegangen. Lobenswert war der direkte persönliche Einsatz der Schüler im Pflegeheim und die aufwändige Dokumentation.
2. Preis
Georg-Forster-Gesamtschule mit Seniorenzentrum Wörrstadt
Projekt: DAS WIRR
Schüler der Georg-Forster-Gesamtschule treffen sich wöchentlich mit Bewohnern des Seniorenzentrums, das sich in der Nähe der Schule befindet. Dort verbringen sie im Rahmen der Ganztagsschule jeden Montag einen Nachmittag mit Demenzkranken. Besonders wichtig ist hierbei, dass Jugendliche sich auf das Tempo der Senioren einlassen und versuchen, sie zu verstehen. Zahlreiche Tätigkeiten werden miteinander durchgeführt, viel Zeit wird gemeinsam verbracht. Das Wort WiRr hat folgende Bedeutung: Die Arbeit mit den dementen Bewohnern kann nur auf der emotionalen Ebene erfolgen. D. h. die Gemeinschaft, also das "Wir", muss den Bewohnern Zuwendung, Liebe und Anerkennung geben, erst dann kann sich der demente "verwirrte" Bewohner wohl und sicher fühlen. Die verwirrten Bewohner werden von einer Gemeinschaft getragen, die die Verantwortung übernehmen muss, Hilfestellungen zu geben, Sicherheit, Toleranz und Akzeptanz zu signalisieren. Denn diese Notwendigkeit tritt in der Altersverwirrtheit immer mehr in den Vordergrund. Die Jury findet die Idee, einen roten Faden, ein Nudelholz und ein Deckchen in die Gestaltung mit einzubeziehen sehr originell. Lobenswert ist der kontinuierliche Kontakt zwischen Schülern und demenzkranken Menschen.
3. Preis
Gymnasium Brandis
Projekt: ALZHEIMER & WE
Hier handelt es sich um ein generationsübergreifendes Gemeinschaftsprojekt des Fördervereins des Gymnasium Brandis und des Fördervereins Altenhilfe Muldental im Altenpflegeheim Brandis, unterstützt von der Sparkasse. Ziel des Projektes „Malen: Jung & Alt“ war Begegnung und gemeinsames Malen verschiedener Generationen. 3 Schülerinnen malten gemeinsam mit demenzerkrankten Bewohnern des Altenheims. Am Ende des Projektes wurden die Arbeiten ausgestellt und eine schöne Dokumentation als Wandzeitung entstand. Die Schülerinnen verarbeiteten ihre gewonnenen Eindrücke ebenfalls in Bildern. Die Jury überzeugt die Geschlossenheit des Konzepts, die kooperative Zusammenarbeit aller Beteiligten sowie die konzeptionelle und praktische Umsetzung. Lobenswert ist das hohe persönliche Engagement der Gymnasiastinnen.
1. Preis
Pflegeschulzentrum Goslar
Projekt: BESUCHSDIENST MIT TIEREN
Das Projekt ist eine Initiative von Auszubildenden innerhalb ihrer Ausbildung im Pflegeschulzentrum Goslar. Sie schrieben ein Konzept zu einem neuen Therapieansatz für Menschen mit Demenz: Besuchsdienst mit Tieren. Für den ambulanten Dienst der Asklepios Harzkliniken riefen sie ein Projekt ins Leben, das auch in der Praxis realisiert werden kann. Mit dem ausgebildeten Hund Nele besuchten sie Demenzerkrankte zu Hause und beobachteten, inwieweit sich ein Besuch mit einem Tier positiv auf den älteren Menschen auswirkt. Die Resonanz war sehr positiv. Die Auszubildenden versuchen nun, ihr Angebot zu einem festen Bestandteil des ambulanten Pflegedienstes werden zu lassen, da es ihrer Meinung nach viel zu wenige Angebote im ambulanten Dienst für demenzkranke Menschen gibt. Das Video zeigt eine fiktive Situation: Die Auszubildenden spielen eine Praxis-Situation nach. Die Jury lobte die intensive Auseinandersetzung mit der Krankheit und den Praxisansatz, der dennoch theoretisch untermauert war.
2. Preis
Ausbildungskurs 29, Altenpflegeschule der Königsberger Diakonie, Wetzlar
Projekt: WETZLAR LERNT DEMENZ
Engagierte Schülerinnen einer Altenpflegeklasse schlossen sich einer lokalen Initiative „Wetzlar lernt Demenz an“ an und konzeptionierten einen eigenen Beitrag dafür. Sie entschlossen sich, ihr erlerntes Wissen über Demenz an andere Auszubildende weiterzugeben, die beruflich nichts mit Alzheimerkranken zu tun haben, z. B. Friseurinnen, Hauswirtschafterinnen und Arzthelferinnen. Dafür suchten sie den Kontakt zu einer Berufschule und schlossen eine Patenschaft. Aufgeteilt in 5 Projektgruppen besuchten sie diese Auszubildenden und präsentierten ein eigenes Programm zum Thema Demenz, bestehend aus Vorträgen, einem Rollenspiel, Brainstormingelementen, Filmausschnitten, Rätselspielen und Feedbackrunden. Die Jury überzeugte der Ansatz, das Erlernte über Altenpflege nicht nur im eigenen Beruf anzuwenden, sondern darüber hinaus auch an andere Menschen weiterzugeben. Um dieses Projekt zu realisieren, war ein hohes Maß an Eigeninitiative und Kontaktfreudigkeit erforderlich.
3. Preis
Berufsfachschule Altenpflege Stiftung Marienhospital, Papenburg
Projekt: JUNG UND ALT GEGEN DAS VERGESSEN
Die Berufsfachschule für Altenpflege der Stiftung Marienhospital initiierte eine umfassende Aufklärungsklärungskampagne und Sensibilisierung bei Auszubildenden, Interessenten der Fachschule und bei Schülern zum Thema Alzheimer. Sie fokussierten das Thema Alzheimer in mehren Bereichen: Öffentlichkeitsarbeit, Ausbildungsbörse, Schulkooperationen, Tag der offenen Tür, Einzelprojekte (Kontakt zu Alzheimerkranken), Fortlaufende Projekte (Pflegenachmittage, Kooperation mit Haupt- und Realschulen, Informationsveranstaltungen, Evaluation). Das Thema Alzheimer wird auch weiterhin bearbeitet und einige Projekte laufen weiter. Diese aktive Öffentlichkeitsarbeit bewertet die Jury als intensiven Auseinandersetzungsprozess mit den Themen Alter und Demenz. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der Mittel, die genutzt wird, um aktiv in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Zu loben sind die hohe Anzahl an Schülern und Lehrern, die mitmachen, sowie die zahlreichen Kooperationspartner.
1. Preis
Lisa Maaßen
Projekt: ALTES EHEPAAR NEU IM HEIM
Lisa hat bei ihrem 4-monatigen Praktikum eine Szene beobachtet, die sie als sehr prägend und bewegend empfand und hat diese gezeichnet. Eine Frau wurde demenzkrank zog in ein Pflegeheim um. Ihr Mann kam sie dort häufig besuchen. Er wirkte immer sehr irritiert und traurig, weil seine Frau zunehmend merkwürdige Dinge tat, wie z.B. ihre Schuhe gießen. Auf dem Bild ist der Mann im Vordergrund und seine Frau - wie eine verschwommene Erinnerung - ist im Hintergrund zu sehen.
2. Preis
Katja Lüdemann
Projekt: STRICKGRUPPE
Katja kam durch ihren Großvater zum ersten Mal in Kontakt mit der Alzheimer-Krankheit. Als dieser verstarb, beschloss sie, weiterhin das Altenheim zu besuchen, in dem ihr Opa acht Jahre lang gewohnt hatte. Dort besuchte sie regelmäßig alte Menschen. Für den Wettbewerb hat sie eine Strickgruppe initiiert und mit Demenzkranken gestrickt. Währenddessen wurde gemeinsam Musik gehört und miteinander geredet. Dabei wurden Erinnerungen wach und die Senioren erzählten viel aus ihrer Kindheit und aus der Zeit, als sie noch jung waren. Die Jury überzeugte die Eigeninitiative von Katja und ihr regelmäßiger Kontakt zu demenzkranken Menschen. Das Gründen einer Strickgruppe ist eine sehr schöne, originelle Idee, zumal diese Handarbeit ja in dieser Generation angesiedelt ist.
3. Preis
Marie und Sophie Scholz
Projekt: OPA HANS: EINSAME TRAUMPFADE - VERTRAUTE SPURENSUCHE
Die Arbeit ist dem Großvater der beiden Schwestern gewidmet, der letztes Jahr an Alzheimer gestorben ist. Die beiden Mädchen schreiben in ihrer Erinnerung in Wolkenform auf, was ihr Opa fühlte und dachte. Dabei unterscheiden sie in einsame Traumpfade (rot) mit Ängsten und Befürchtungen und vertraute Spurensuche (grün) mit positiven Gefühlen in Bezug auf seine Familie. Die Jury lobt die einfühlsame Arbeit und die Umsetzung in origineller Form.
Claudia Wilhelm
Projekt: MEIN PROJEKT IM ASB MICHELBACH/BILZ
In ihrer Projektdokumentation wird deutlich, dass sich Claudia sehr intensiv mit der Alzheimerkrankheit auseinandergesetzt hat. Sie hat sich theoretisch vorgebildet, vorab einen Besuch im Altenheim zur Einschätzung der Situation und zum Gespräch mit der Heimleitung gemacht. Danach überlegt sie sich angemessene Bastelarbeiten und bastelt an mehreren Nachmittagen mit den Bewohnern. Sie reflektiert ihr Projekt und schätzt gut ein, wie sich die Bewohner der Arbeit annähern, welche Tätigkeiten ihnen leichter und welche schwerer fallen. Auch ist sie bemüht, ihre Bastelideen den Umständen anzupassen. Die Bastelarbeiten verkauft sie auf dem Weihnachtsmarkt. Vom Erlös möchte sie in Rücksprache mit der Leitung und den Betreuern Musikinstrumente kaufen.
Dominik Schmitz
Projekt: 10 BITTEN
Die Fotos wurden im Park des Itzel-Sanatoriums Oberkassel, einem Heim für Demenzkranke aufgenommen. Dort absolviert der Verfasser gerade sein freiwilliges soziales Jahr. In Absprache mit der Heimleitung entstand dieser Beitrag. Auf jedem Foto findet sich eine Bitte eines Menschen mit Demenz. Die Bilder haben einen Bezug zum Text, z. B. Sicherheit – Spinnennetz, Respekt – Brennessel, Neues – Frische Triebe, Skulptur –Erzählen, Verschlungene Gräser – Liebe. Die Fotos sind äußerst professionell mit viel Liebe zum Detail aufgenommen. Sie sind qualitativ sehr hochwertig und überzeugen die Jury durch ihren Bezug zur Alzheimer-Krankheit und ihre sehr ästhetische Anmutung. Die Ausstellung der Fotos erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch das Augustinum.
Jana Bentz
Projekt: MEIN OPA, ARTHUR RIEFER
Jana beschreibt, wie es ist, mit einem Demenzkranken - ihrem Großvater- unter einem Dach zu leben. Anhand der Beschreibung eines Tages will sie verdeutlichen, wie sie einen Tag sieht. Manchmal sind die Tage besser, manchmal auch schlechter. Sie hilft bei der Pflege und bei der Aufsicht, liebt ihren Opa und kümmert sich um ihn mit dem Wissen, dass er das Gleiche für sie tun würde. Die Jury lobt die sehr persönliche Arbeit, in der sich tagebuchartig und mit Fotos eine Familiengeschichte auffächert.
Kerstin Scholz
Projekt: MEINE OMA
Kerstin beschreibt ihre Oma. Auf dem beigefügten Foto erblickt man eine freundlich und sympathisch wirkende alte Frau mit einer Turbanmütze auf dem Kopf. Das gibt ihr ein originelles und anmutiges Aussehen. Sie hat sanftmütige vertrauensvolle Augen und sieht zufrieden und neugierig aus. In ihrem Erlebnisbericht beschreibt Kerstin, was mit ihrer Oma passiert ist und was sie seit Alzheimer für verrückte Dinge macht. Die sonst ruhige und schüchterne Frau sprudelte auf einmal nur so vor sich hin, sprach fremde Leute auf der Straße an, erschreckte nachts ihre Nachbarn mit der Taschenlampe, erschien ungebeten auf Gartenpartys, ging in Unterwäsche und Mantel einkaufen und wollte Capuccino aus dem Garten holen, dabei meinte sie Petersilie. Dadurch erlangte sie eine lokale Popularität unter dem Pseudonym „Gespenst von Unterrieden“. In ihrer Erzählung beschreibt Kerstin, was sie schwierig findet, woran ihre Oma sich erinnert, wo sie herkam, was sie gerne macht und wie sich ihr Zustand mit der Zeit verschlechterte.
Leevke Reiche
Projekt: DREI KURZGESCHICHTEN
Leevke absolviert ein Freiwilliges soziales Jahr in einer Alzheimer - WG. Sie erläutert, warum die Arbeit mit Alzheimerkranken hart ist und was dabei Freude macht, bzw. warum die Arbeit auch schön und bereichernd sein kann. Man fängt an, anders über das Leben und die Werte und Normen in unserer Gesellschaft nachzudenken. So sind Namen nicht so wichtig, das Leben findet im Augenblick statt, der sich von einer Sekunde auf die nächste komplett anders gestalten kann. Leevke findet, dass Alzheimerkranke unsere Hilfe brauchen, aber auch sehr viel geben können. In ihren drei fiktiven Kurzgeschichten beschreibt Leevke, wie man sich fühlt, wenn man Alzheimer hat. Diese Perspektive ist ihr sehr wichtig, um nachempfinden zu können, wie es einem Alzheimerkranken geht. Die Geschichten sind beklemmend, wundersam, traurig und wirken sehr authentisch. Man kann sich ein wenig in den Kopf eines Erkrankten hineinversetzten. Der Jury gefiel die Idee, Geschichten aus der Perspektive eines demenzkranken Menschen zu schreiben sowie die sehr einfühlsame, fantasiereiche Sprache.